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Rotlicht gegen Unreine Haut

Skin Picking – Wenn der Wunsch nach reiner Haut krankhaft wird!

Das Schönheitsideal unserer Gesellschaft sieht ein makelloses Hautbild vor. Doch eine Vielzahl von Männern und Frauen kämpfen während der Pubertät und auch später mit Pickeln, Mitessern und im schlimmsten Fall mit Akne. Betroffene pflegen die Haut mit speziellen Produkten. Sie setzen auf Hausmittel wie Zitronensaft oder Knoblauch. Der Hautarzt wird genauso aufgesucht wie die Kosmetikerin. Mitunter wird an Pickeln & Co auch selbst Hand angelegt, obwohl man Pickel ja eigentlich nicht selbst bearbeiten soll. Es wird gedrückt, gezupft, gequetscht. Auf den ersten Blick scheint es wie ein Wiederspruch. Soll das Endprodukt doch reine, glatte, gepflegte Haut sein. Doch manchmal ist die Versuchung einfach zu groß. Doch Vorsicht ist geboten: daraus kann eine krankhafte Sucht werden.

Zwangsstörung: Skin Picking

Skin Picking ist eine Zwangsstörung, bei der die Sucht nach reiner Haut die Betroffenen dazu bringt, an der ­eigenen Haut immer und immer wieder zu kratzen, drücken und zu zupfen. Oft stundenlang. Paradox daran ist, dass das eigentliche Ziel, Hautunreinheiten zu beseitigen, ad absurdum geführt wird und stattdessen die Haut nach dementsprechender Bearbeitung von roten Pusteln, Narben und geschwollenen Stellen übersät ist. Laut Experten sind rund 5% der Bevölkerung von dieser psychischen Krankheit betroffen. 75 Prozent davon sind Frauen. Die Krankheit ist auch unter den Namen Dermatillomanie, Neurotic excoriations, Acne Excoriée oder Knibbelakne bekannt. Es handelt sich dabei um eine Form der Impulskontrollstörung. Das bedeutet, dass ein bestimmtes Verhalten ohne ersichtlichen Grund immer wieder ausgeübt wird, um eine seelische Anspannung zu beseitigen. Dazu zählen auch Nägelkauen oder Ritzen. Impulskontrollstörungen sollten nicht vor sich selber und anderen verleugnet werden, denn sie sind ein ernst zu nehmendes Problem, das unbedingt in ärztliche Behandlung gehört und therapiert werden muss.

Ursachen & Symptome

Besonders in stressigen Situationen wird gerne zum Spiegel gegriffen und die Haut begutachtet. Selbst die kleinsten Mitesser müssen dann zwanghaft behandelt werden. Schmerzen werden beim Skin Picking kaum noch empfunden. Wie in einer Art Trance versucht der oder die Betroffene, die Unreinheit zu eliminieren. Dazu werden auch Hilfsmittel wie Schere, Pinzette, Nadel oder sogar Messer herangezogen. Oftmals grenzt es an Selbstverstümmelung und Narbenbildung ist die Folge. Wenn durch Skin Picking Entzündungen, Vernarbungen und Verkrustungen entstehen, lässt sich das Quetschen aus eigenem Antrieb nur noch schwer aufhalten. Es wird ein Kreislauf ohne Ende. Durch entstehende Krusten verstärkt sich das Skin Picking, denn die Kruste muss ebenfalls abgepult werden und durch die Vernarbungen wird immer häufiger gedrückt, weil die Depressionen, die aus dem unschönen Aussehen erwachsen, kompensiert werden müssen. Oftmals kratzen sich Betroffenen nicht wegen ihres Äußeren. Dem Skin Picking geht aber möglicherweise ein Gefühl der Spannung oder Angst voraus, und das Kratzen kann dieses Gefühl lindern. Dem schließt sich ein Gefühl der Befriedigung an.

Wird unverhältnismäßig oft oder sogar zwanghaft an der Haut herumdrückt, werden Pickel, Mitesser und Unebenheiten mit Messern oder Klingen bearbeiten und nimmt das Quetschen und Drücken unkontrollierbare Ausmaße an, dann spricht man von Skin Picking. Weitere Symptome sind das Gefühl der Verzweiflung, eine dadurch beeinträchtige Arbeits- und Lebensweise und der wiederholte Versuch das Kratzen unterdrücken zu wollen. Treffen mehrere dieser Symptome zu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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